INTERMAR News


 

Lagebericht von Federico - EA8AEW

Liebe Freunde von INTERMAR,

gestern erreichte uns ein Lagebericht von unserem Netcontrol Federico (EA8AEW), der auf La Palma mit all seinem Hab und Gut Opfer des Vulkanausbruchs geworden ist. Hier sein Lagebericht, 1:1 wiedergegeben:

Lagebericht von der Vulkanfront


Nach 3 Wochen wenig Schlaf und Vulkangetoese, Aschenregen sowie schlechter Luft mussten wir unsere paar Sachen wieder packen. Auch unsere Freunde, die uns 3 Wochen beherbergten, mussten fliehen. Ca. 700m oberhalb von uns lauerte der naechste Lavastrom. Wir hatten genug vom Westen und fuhren ueber die Cumbre in den Osten und suchten eine neue Unterkunft.


Was fuer ein Zufall, wir trafen eine Seglerin und kamen ins Gespraech. Wir erzählten Ihr, dass wir vor dem Vulkan geflohen sind und eine Unterkunft suchen. Kein Problem, ihr Gaestehaus steht leer, sie wuerde es gerne an uns vermieten. Nun haben wir wieder ein Dach ueber dem Kopf im nautischen Stil. Ihr verstorbener Mann war Kapitaen und viel mit der Alexander von Humboldt I unterwegs. Nun haben wir wieder Sicht auf einen Hafen, nicht Tazacorte, sondern Santa Cruz de La Palma.


Die Hilfe, die wir in unserer schwierigen Situation erleben durften war gewaltig. An dieser Stelle moechten wir uns bei allen Seglern und HAMs herzlich bedanken fuer die Anteilnahme. Aus allen Ecken der Welt erreichten uns liebe Mails. Waehrend 26 Jahren Stuetzpunkt Tazacorte gibt es einige Bekannte.
Nun machen wir weiter und schauen nach vorn. Jetzt stehen Behoerdengaenge an und Verhandlungen mit der Versicherungen.


Bis heute wurden 7000 Menschen evakuiert. 640 ha Land ist mit Lava überflutet, 1541 Gebauede wurden mit Lava zugedeckt. Im Moment fliesst ein Lavastrom von 1750 m breite der Kueste entgegen.


Bis zum naechsten Bericht.....
Herzliche Gruesse
Federico y Rolande und zwei Fellnasen von der ruhigen Ostseite

Soweit der Bericht von Federico! Federico hat uns auch noch einige Fotos gesendet, die wir ebenfalls hier veröffentlichen dürfen. Die Fotos stammen von der Guardia Civil und Federico. Sie zeigen deutlich das Ausmaß der Katastrophe!

 

Lavafront

Die Lavafront strebt voran...

 

Lava zur Kste

Lava auf dem Weg zur Küste...

 

Vulkanasche

Vulkanasche im Hafen Tazacorte!

 

Flugasche und Luft

Ein Blick auf die Terrasse, Flugasche und schlechte Luft.

 

kein Gegenverkehr

.... Es scheint, Gegenverkehr unmöglich...

 

QTH EA8AEW

An der markierten Stelle, da stand unser Haus!

 

zweite Flucht

Und wieder müssen wieder fliehen!

 

Santa Cruz de La Palma

Ein Blick auf unser neues Domizil, Santa Cruz de La Palma mit Hafen!

 

 

 

News von Federico - EA8AEW

Weiterhin sind wir alle in Gedanken bei unserem Freund, Federico, der ja auf La Palma ein Großteil seines Hab und Gut durch den Vulkanausbruch dort, verloren hat. Viele Anfragen erreichen uns, hauptsächlich mit der besorgten Frage, wie geht es Federico und seiner Familie? Können wir irgendwie helfen? Wir von INTERMAR stehen "in lockerem Kontakt" zu Federico, wir wissen, es gibt sicherlich wichtigeres zu tun für ihn, als uns Situationsberichte zu übermitteln, freuen uns aber über jede Nachricht, die uns erreicht und geben diese Nachrichten auch gerne hier wieder. Und so kam gestern diese Nachricht, die hier 1:1 wiedergegeben wird:

Gottseidank, dass uns echte Freunde aufgenommen haben.

Es ist anstrengend 24 Std. das Vulkangetoese in den Ohren zu haben. Bis jetzt sind gegen 1000 Haueser platt oder unbewohnbar. Das heisst alle suchen ein neues Dach ueber dem Kopf das wird immer schwieriger. 

Soeben kam die Meldung, dass bei Winddrehung die Schwefeldaempfe vom Meer uns erreichen und wir wieder "fliehen" muessten. Bis jetzt sind 80 Mio.m3 ins Meer geflossen. Die Insel ist groesser geworden bis jetzt um ca. 25 Fussballfelder.

Soweit die Meldung von Federico. Diese Sätze sagen alles aus, was es zur Zeit "zu sagen" gibt. Aber wenigstens sind Federico und Rolande gesundheitlich wohl auf, ein Trost.

Weiterhin erreichte uns eine weitere Nachricht von DL2MHW (Harald) und DG5LS (Renate), beide fühlen sich sehr mit Federico's Schicksal verbunden. Renate hat uns einen Link gesendet, den wir auch hier gerne veröffentlichen.
https://kreuzer-abteilung.org/allgemeine-news/kanarische-inseln-lavastrom-naehert-sich-dem-hafen-ka-repraesentant-verliert-sein-haus/#search-lightbox

Zum Schluß noch ein Bild, das uns Federico übermittelt hat. Das Bild stammt von Saul Santo, wir dürfen es veröffentlichen.

el volcan y la colada saul santos

Hier darf man wohl anmerken: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!

Vy 73 de Uwe, DF5AM 

 

 

Es fehlen die Worte –

Mit Erschütterung mussten wir heute erfahren, dass die Natur eine mächtige Gewalt ist, die für uns Menschen in vielerlei Hinsicht unaufhaltsam ist.

Wir haben alle die Nachrichten verfolgt, was z.Zt. auf der einstmals so friedlichen und (immer noch) schönen Ferieninsel, La Palma im Atlantischen Ozean, vor sich geht. Wir hatten auch berichtet, dass unser Freund, Vereinsmitglied und Netcontrol, Federico Ulrich (EA8AEW), mit seiner Familie wohl weitgehend in Sicherheit ist, aber noch um sein Hab und Gut, sein Haus und alles was dazugehört bangen muss und wir alle hatten die Hoffnung gehegt, es möge alles glimpflich abgehen.

Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt. Heute Morgen erfuhren wir von Federico, dass die Lava des Vulkans „Cumbre Vieja“ auf ihrem Wege zum Meer nun auch das Haus unseres Freundes verschlungen hat.

Die ganze Tragweite können wir sicher im Moment noch nicht erfassen und so sind wir ohnmächtig und von der Realität überwältigt nun Zeugen dieses Naturschauspiels zu dem wir vielleicht hier doch einmal Schillers Lied von der Glocke bemühen können:

… Wohltätig ist des Feuers Macht,
Wenn sie der Mensch bezähmt bewacht….
Doch furchtbar wird die Himmelskraft,
Wenn sie der Fessel sich entrafft,
Einhertritt auf der eignen Spur
Die freie Tochter der Natur…..   

La Palma Feuersbrunst

Wächst sie in des Himmels Höhen
Riesengroß!
Hoffnungslos
Weicht der Mensch der Götterstärke,
Müßig sieht er seine Werke
Und bewundernd untergehen….

 

Lieber Federico, wir sind in Gedanken bei Dir und wir wissen, dass Du das weißt.

Hans-Uwe Reckefuß (DD1HUR) im Namen aller INTERMARER.

 

 

 

Information aus La Palma von Federico (EA8AEW)

Heute, 28.9.21 erreichte mich eine Nachricht von Federico (EA8AEW) aus La Palma. Hier sein Bericht und auch ein Hinweis auf den Link der Kreuzer Abteilung, den wir natürlich nicht vorenthalten wollen. Hier sein Bericht:

Liebe Intermarer,
im Moment ist es schwierig einen Bericht zu verfassen. Wir sind zwar bis jetzt in Sicherheit, liebe Freunde stellten uns ihre Gästewohnung zur Verfügung. Man hat aber ein komisches Gefühl im Magen, wenn man weiss, dass ca. 900m oberhalb unserer Finca ein Lavastrom mit einer Temperatur von 1100° C lauert. Für die Richtung Meer hat er sich noch nicht entschieden. Bis jetzt wurden über 500 Häuser platt gemacht, davon einige von Freunden, die wir schon 26 Jahre kennen. Wir verlassen die Insel und unsere Palmerofreunde nicht. Wir müssen da durch....

Herzliche Grüße
Federico y Rolande und zwei Fellnasen

PS: Uwe (DF5AM), sei doch bitte so nett und stelle auch den Link mit ein, dort sind auch noch weitere Informationen enthalten.

https://kreuzer-abteilung.org/allgemeine-news/kanarische-inseln-marina-tazacorte-nach-vulkanausbruch-gesperrt/

Soweit der Bericht von Federico.

Ich glaube ich spreche im Namen aller INTERMARER, liebe Rolande, lieber Federico, wir alle von INTERMAR hoffen für Euch, das ihr weiterhin gesund bleibt und Euch das Hab und Gut erhalten bleibt!

Vy 73 de Uwe (DF5AM)

 

 

Ein Treffen in Lanzarote

Lothar (EA8DES) und Renate hatten sich von Las Palmas aufgemacht, mal auf der Nachbarinsel Lanzarote einen Kurzurlaub einzulegen. Das geht mit dem Flugzeug ja ohne Probleme, die Reise dauert im Flieger ca. 45 Minuten. Lothar hatte diesen Besuch der Insel recht frühzeitig bekannt gegeben, so konnten wir ein Treffen vereinbaren. Bei schönstem Sonnenschein, wenig Wind und erträglichen Temperaturen habe ich dann die beiden an ihrem schönen Ferienapartment abgeholt und nach einer kurzen "Rundfahrt" durch den Ort Playa Blanca ging es dann durch das Timanfaya Gebiet ab in Richtung unser Heimstätte. Dort angekommen wartete schon Kaffee und Kuchen, den meine XYL Ingrid (DL5OAD) zubereitet hatte. Aber erst einmal Platz nehmen....

Lothar Renate

Links: Renate, auf der Bank Lothar (EA8DES)

So haben wir dann einen wunderschönen Nachmittag verleben können. Lothar war besonders daran interessiert, zu erfahren, wie ein Netcontrol denn so seine Arbeit verrichtet... Nun, nichts leichter als das! Ich habe ihm erläutert, wie ich mich auf das Netz vorbereite, welche Tools ich dazu verwende, um die Wetterinformationen im Netz "zum Besten" geben zu können, aber auch vorbereitet zu sein, kommen "individuelle" Wünsche. Zum Schluß dann noch ein paar "Helferlein" für meinen Browser, die ich mir selbst erstellt habe (QSO-DB, QTH-Locator Rechner...), erklärt. Ich darf wohl sagen, Lothar, immerhin passionierter Segler und langjähriger Funkamateur, war schon ein wenig beeindruckt. Wie kommt nun das ganze "in die Luft" war die nächste Frage. Unserer kleinen Anlage aus TRX IC 7300 und ein paar Dipolen auf dem Haus traut man sowas mit der bekannten Reichweite und Qualität auch berechtigter Weise nicht wirklich zu. Aber auch hier verbirgt sich ja kein Geheimnis dahinter. Die Remoteanbindung zur Klubstation DK0MC geöffnet und eine kleine Vorführung, wie man so einen TRX bedient, da war auch die Frage erschöpfend beantwortet. Als wir dann wieder bei den Damen erschienen, hatten diese uns nicht vermisst, so wie sie im Gespräch vertieft waren.

Noch reichlich geschwätzt, dann wurde es auch bald Zeit, sich zu verabschieden. Aber vorher noch ein Bierchen, natürlich nicht für den Fahrer, und schon ging es Richtung Playa Blanca!

Ich glaube auch im Namen von Lothar und Renate zu sprechen, es war ein sehr schöner Nachmittag, wir hatten unsere Freude, die Zeit ist wie im Fluge vergangen. Mit einer Einladung an uns, die beiden doch mal in Las Palmas zu besuchen haben wir uns dann verabschiedet.

Vy 73 de Uwe (DF5AM)

 

 

In eigener Sache...

Sicherlich verfolgen alle aufmerksamen Leser die Situation, die sich auf La Palma durch den Ausbruch des Vulkans ergeben hat. Wir von INTERMAR fühlen uns mit betroffen, lebt dort doch Federico (EA8AEW), einer unserer engagiertesten und zuverlässigsten Netcontrols (unser! Außenposten im Atlantik). Seine Wohnstätte Tazacorte ist unmittelbar betroffen, wir wissen aber, Federico und seiner Familie geht es zur Zeit "gut", wie immer man das in so einer Zeit auch bewerten darf. Wir hoffen, das Federico und seine Familie von Schäden an Hab und Gut verschont bleiben und sich zumindest alle bester Gesundheit erfreuen!

Vy 73 de Uwe, (DD1HUR)

26.9.21 -> Große Entschuldigung an alle, vor allem an Federico, von mir, Uwe (DF5AM). Ich habe beim Rufzeichen von Federico die "falsche Taste" erwischt und nicht gemerkt, als ich den Text im Namen von Uwe (DD1HUR) geschrieben habe.

 

 

 

Browserinformation

Es erreichen uns immer mal wieder Hinweise, das im Browser die Netcontrol Liste, der Livestream usw. nicht angezeigt werden. So möchte ich hier eine erste "Abhilfe" beschreiben, die von Uwe (DD1HUR) eruiert wurde.


Das oben beschriebene Phänomen tritt wohl bei dem Browser Firefox auf, nachdem dieser mit einem Update versorgt worden ist. Folgende Vorgehensweise sollte Abhilfe schaffen:

  • In der Adresszeile (wo die URL steht) gibt es links von dem URL Eintragung ein symbolisches „Vorhängeschloß“ – auf dieses Schloß klicken.
  • Es öffnet sich ein Fenster mit „Websiteinformationen für intermar-ev.org“. In der Zeile darunter (neben dem dortigen „Vorhängeschloß“ ) wo steht „Verbindung sicher“ gibt es rechts einen kleinen Pfeil, auf den bitte klicken.
  • Auf der dann erscheinenden Seite gibt es unten eine graue „Taste“ mit dem Inhalt „Schutz momentan deaktivieren“ – diese anklicken – Dann sollten sich die Inhalte wieder zeigen.


Ev. noch eine kurze Erklärung. Unter http://www.intermar-ev.org werden alle Webseiteninhalte korrekt angezeigt, unter https://www.intermar-ev.org stehen sie im Moment nicht zur Verfügung. Wir arbeiten daran, bitten aber um Geduld!

Vy 73 de Uwe, DF5AM

 

 

 

Unverschämt gut...

Unseren 1. Vorsitzenden von INTERMAR, Hans-Uwe Reckefuß (DD1HUR) erreichte vor ein paar Tagen eine Nachricht von Susanne Huber-Curphey (N1QFE). Susanne ist in der Blauwasser Szene "mehr als bekannt",sie hat mit ihrer Yacht „Nehaj“ die Welt mehrfach „einhand“ umsegelt. Susanne ist auch INTERMAR verbunden, ich persönlich habe schon ein paar QSO's mit ihr führen dürfen und ihre nette und freundliche Art kennen gelernt. So ist es uns eine Ehre, dass sie uns die Genehmigung zur Veröffentlichung des folgenden Textes erteilt hat, den ich als Webadmin mit einem Copyright von Susanne versehen habe. Wir danken Susanne ausdrücklich für diese Genehmigung und sind uns sicher, es wird nicht der letzte Artikel sein, den wir veröffentlichen dürfen. Nun aber viel Spass beim Lesen!

Vy 73 de Uwe (DF5AM)

Terceira Island/Azoren, 05.09.2021

Seit dem Start in Bremerhaven war das Wetter unverschämt gut. Von der Weser bis weit hinaus in die Biskaya segelten wir mit ausgebaumter Fock, also mit Wind von achtern, perfekt.

Am zehnten Tag auf See schrieb ich diese Zeilen:
„Schiffe habe ich schon seit vier Tagen nicht mehr gesehen, auch nicht im Radius von 24 Seemeilen auf dem AIS Bildschirm. Beim Blick nach achtern sehe ich Schwell von gut zwei Metern Höhe heran laufen, der sich in der Biskaya in dieser 'völlig falschen' Windrichtung aufgebaut hat. Jeder Wellenhügel hebt das Boot an bis ich den weiten, klaren und wunderbar leeren Horizont sehe. Dann rollt das flache Tal unter uns durch und mein Blickfeld reicht nur noch bis zum nächsten Wellenkamm. Man möchte meinen wir sind im Passatwind, aber dafür sind wir lockere zwanzig Breitengrade zu weit im Norden! Derweil segelt Nehaj ihre Bahn in Richtung Südwesten noch immer fast auf Vorwindkurs. Mit jedem Tag wird es etwas wärmer. Wir sind jetzt etwa auf der Breite von Cap Finisterre in Nordspanien und selbst im Nordatlantik ist das Wasser nun 21.6º C warm.“

„Bordalltag stellt sich ein, ich koche wieder Mahlzeiten und finde meinen See-Rhythmus. Nach tagelang grau-bedecktem Himmel und Regen werden an diesem klaren Tag nicht nur die Batterien voll geladen, sondern um mich ist wieder das vertraute Blau des offenen Ozeans. Diese Weite und seine pelagische Freiheit erscheint schier endlos, es ist Blauwasser vom Feinsten. Ich schwöre, heute habe ich seit sehr langer Zeit wieder den 'happy hum' von Nehaj gehört. Das ist ihr eigenartiges glückliches Summen. Dabei kann ich nicht sagen ob es aus dem Rigg, vom Kiel oder Ruder kommt. Manchmal ist einfach da und das ist gut so.“

Das Azorenhoch verbringt seinen Sommerurlaub in Schottland, was der Grund für diese ungewöhnliche Wetterlage ist. Dort hockt es mit seinen 1.040 Hektopascal auf der Stelle und faulenzt. Derweil bildeten sich kleine Tiefs südlich von uns und brachten lokalen Turbo. Das erste Tief bei meiner Abfahrt gab Deutschland und der Nordsee graues Regenwetter in, aber diesen Preis zahlte ich für günstigen Wind sehr gerne.

Natürlich war die Strecke bis zum Englischen Kanal trotzdem anstrengend. Alleine an Bord gibt es im steten Strom der vielen Schiffe, der Küstennähe und den vielen Fahrwassertonnen keine Ruhe. Unweit daneben sind die Offshore-Felder riesiger Windturbinen und Ölplattformen. Am Ende blieb ich nicht im Abseits wie geplant sondern reihte mich in die Autobahn der Dickschiffe ein, schön am rechten Rand. Das neue AIS-Gerät warnte mich verlässlich wenn es beim Überholen eng wurde und in den Pausen dazwischen ratterte die neue Eieruhr im Viertelstunden-Rhythmus. Das gute an solch belebten Schifffahrtslinien ist dass jeder sehr aufmerksam ist, auch ich.

Das zweite Tief lag nur etwa eine Tagesstrecke voraus. Es zog entlang des 40sten Breitengrades langsam nach Osten und brachte uns auf seiner Nordseite genau den richtigen Wind. Bald darauf warnte mich Uwe von 'Intermar', DD1HUR, via Amateurfunk vor mehreren tropischen Stürmen. Uwe und ich kennen uns recht gut und auch diesmal schrieb er mir alle Details in umfassenden, persönlichen Emails. September ist der aktivste Monat der Wirbelstürme im Nordatlantik und es brodelte rundum und nicht allzu weit entfernt. Reste vom tropischen Sturm 'Julian' hatten es sich über den Azoren gemütlich gemacht und der neu benannte Hurrikan 'Larry' könnte von den Kapverden durchaus in meine Richtung ziehen. Keine Ahnung was aus 'TS Kate' wurde. Selbst im Osten des Nordatlantik bringt das Segeln um diese Jahreszeit also einige Adrenalin-Attacken.

Beide verschonten mich. 'Larry' blieb auf seiner ordentlichen Route nach Westen und macht momentan als 'Major Hurricane' mit über 100 Knoten Windgeschwindigkeit die Bahamas und Bermuda nervös. 'Mein Julian' löste sich langsam auf und saugte mir dabei den günstigen Wind weg. Ich lachte mich selbst aus, denn meine Berechnung der Ankunft auf den Azoren wurden völlig unsinnig. So torkelten wir bei geborgenen Segeln herum und warteten auf Wind, während sich Uwe um mich sorgte. Eines der wenigen Schiffe in der Nähe fragte sogar an ob hier all klar sei, wie nett. Diese verbleibenden 200 Seemeilen hätte ich beim vorhandenen Diesel an Bord locker motoren können, aber irgendwie wäre dadurch meine neu gewonnene Freiheit auf dem Ozean verdorben worden. Außerdem wollte ich nicht Hundert Liter Diesel in dieses wunderbare, weite Blau blasen.

Fast war ich erleichtert nach all dem 'unverschämt guten Ostwind' auf den Gribfiles endlich wieder ein 'normales Tiefdruckgebiet' auf seiner üblichen Route zu sehen. Es würde knapp nördlich vorbei marschieren. Mir brachte es zuerst ordentlichen Gegenwind, dann nachts um Zwei eine sehr aktive Kaltfront und schließlich die erwartete Winddrehung auf NW. Nach dem Windsprung konnten wir bei tief gerefften Segeln gerade so den Kurs wieder anliegen, während Nehaj in den Seegang der alten Windrichtung polterte. Ab und zu tauchte sie die Nase tief ein und das Wasser schoss übers gesamte Deck nach achtern. In so einer Situation ist es sehr beruhigend ein solides Rigg zu haben. Erst vor einem Jahr hatte ich jeden einzelnen 'Sta-Lock' Terminal vom komplett erneuerten Draht selbst angefertigt und ich habe großes Vertrauen in den Rigger in Sneek.

Ich blieb auch völlig ruhig als ich eigenartiges Plätschern hörte, weiß ich doch dass Nehaj wirklich wasserdicht ist. Beim zweiten Mal sah ich aber nach und war sofort stinksauer auf mich selbst. Da habe ich diese wunderbaren und ultimativ wasserdichten Decksluken, hatte aber vergessen die M12 Gewindeschrauben ordentlich fest zu drehen. So plätscherten einige Tassen Seewasser auf die vordere Koje und über den Tisch im Salon. So sehr ich das Salzwasser auch liebe, in meiner Kajüte und in der Bilge hat es nichts zu suchen! Dann barg ich das Stagsegel um etwas langsamer zu werden, man will das Schicksal ja nicht unnötig herausfordern.

Am Samstag Mittag, exakt zwei Wochen nach Verlassen der Schleuse in Bremerhaven, sah ich die Insel Terceira im Abstand von dreißig Seemeilen am Horizont voraus. Die Rückseite des Tiefs brachte eine tolle Sichtweite und spritzige, flotte Seemeilen auf Halbwindkurs. Das dritte Reff blieb im Groß, aber das Stagsegeln schob auf den letzten Meilen bis zum Hafen Praia da Vittoria wieder kräftig mit.

Alle Systeme auf Nehaj sind ohne Mängel und es gibt keine neue Arbeitsliste. Den eigenartig aggressiven Orcas vor der Spanisch-Portugisischen Küste haben wir mit diesem Umweg in den Westen ein Schnippchen geschlagen, aber bei den Dellen im Rumpf und dem Waschbett zwischen den Spanten unter der Wasserlinie an Steuerbord hätten sich die Orcas vielleicht verschüchtert verdrückt, wer weiß. Nehaj kann die 'battle scars' ihrer Strandung mit Stolz zeigen. Statisch ist sie stärker als zuvor und hat bei diesem Hüpfer in den Süden ihre neue Seefestigkeit bewiesen. Gut gemacht Nehaj und Miss Aries!

Mit lieben Grüßen von den schönen grünen Atlantikinseln, Susanne

© Susanne Huber-Curphey

 

 

HAM Radio World 2021 - INTERMAR

Liebe Freunde von INTERMAR!

Nun ist sicherlich schon einige Zeit vergangen, das die HAM Radio World 2021 seine Pforten geschlossen hat. Um so erfreulicher, dass wir im Nachgang zu diesem Ereignis allen unseren Lesern den Beitrag unseres 1. Vorsitzenden, Hans-Uwe Reckefuß (DD1HUR), zum Thema "Wetternavigation mit Amateurfunk" als YouTube Video anbieten können. Hier ist der entsprechende Link:

https://www.youtube.com/watch?v=JiQIaBUvftw

Etwas Zeit sollte man sich schon nehmen, das Video ist 37 Minuten lang. Aber ich glaube anmerken zu dürfen, jede Minute lohnt sich. Vielleicht noch ein Hinweis für Nutzer der Software OpenCPN. Das Video behandelt auch Funktionen dieser Software und ist somit ein anschauliches Nachschlagwerk.

So wünsche ich allen viel Spass beim Betrachten des Videos. Gerne nehmen wir Feedback entgegen, ebenso gerne auch Hinweise unserer Besucher dieser Webseite zu weiteren Themen, die interessant wären.

Vy 73 de Uwe (DF5AM)

 

 

Eine ungewöhnliche Begegnung

Heute berichten wir von einer Begegnung, die man wohl auch "nicht alle Tage hat".

Katja und Ansgar Scherf mit ihrer Segelyacht „Umiak“ haben wir von INTERMAR anläßlich der im vergangenen Jahr stattgefundenen TO-RHT Aktion kennen und schätzen gelernt. Besonders erfreut waren wir dann sogar, als aus dieser "Beziehung" eine Mitgliedschaft bei INTERMAR wurde.

Nun sind Katja und Ansgar wieder mit ihrer "Umiak" unterwegs und haben uns einen Bericht übermittelt, den wir in Auszügen gerne hier wiedergeben möchten.

.... Wir haben mittlerweile unseren Flansch am Motorölkühler reparieren können und sind mit ohne Wind weiter bis nach Muros. Hier sind wir von Manolino, einem einsamen riesigen Delfin (im Internet heißt es 3 m lang) begrüßt worden. Wir waren so fasziniert, dass wir vor lauter Gucken fast auf Grund gelaufen wären… :) Er hat die ganz Zeit mit unserem Boot gespielt (dabei allerdings wohl die Logge geschrottet). Und beim Ankern hat er mit der Kette gespielt und unserem Boot einen ganz schönen Schubs versetzt. Es ist einfach so klasse solche Tiere zu sehen!

Dies der Auszug aus dem kleinen Bericht. Und um dem ganzen auch einen optischen Eindruch zu vermitteln haben Katja und Ansgar uns ein Bild übermittelt, das "für sich spricht"! Bitteschön....

Umiak Delphin

Sind solche Erlebnisse nicht das, was ein Seglerherz höher schlagen läßt? Ich glaube schon! So wünschen wir Katja und Ansgar weiterhin gute Reise, auf das sie noch viele interessante Erfahrungen machen und mit uns teilen!

Vy 73 de Uwe (DF5AM)

 

 

Neulich auf den Azoren

 

Gleich mehrfach trafen sich unsere "Kunden" Steffi DH2SR und Rolf DH2RR von der SY "Piccolina" mit unserem Geschäftsführer Wolf DD4WK. In Horta halfen beide Wolf intensiv bei der Fehlersuche und Reparatur des Ladereglers auf seiner SY Santa Maria und man verbrachte außerdem einen sehr netten Nachmittag miteinander. Eine Woche später begegneten sie sich noch einmal, diesmal in Velas, wo dies gemeinsame Foto entstand:

 

Steffi

Von links nach rechts: Rolf (DH2RR), Steffi (DH2SR) und Wolf (DD4WK)

 

 

 

HAM Radio World 2021

Vom 25. bis 27. Juni findet die HAM RADIO World 2021 statt. Da es sich um eine Onlineveranstaltung handelt hat unser Partner, der DARC, einige Informationen herausgegeben, die hier auszugsweise wiedergegeben werden:

Am Freitag ab 15 Uhr öffnet die HAM RADIO World ihre virtuellen Pforten und empfängt unsere Mitglieder und Funkfreunde mit einer Erlebnismesse der ganz besonderen Art. Über das DARC-Portal gelingt der Einstieg in die Friedrichshafener Messewelt ganz einfach mit einem Klick auf das Banner oben rechts. Drei Tage volles Vortragsprogramm und eine 2D-Messewelt versprechen schon jetzt ein abwechslungsreiches und interessantes Wochenende.

Ein direkter Einstieg gelingt auch über https://ham.darc.de.

Das ehrenamtliche Team der HAM WORLD um Projektleiter Oliver Schlag, DL7TNY, hat für den Einstieg ein Erklärvideo auf deutsch und englisch erstellt:

https://youtu.be/4p1jekiqVXc
https://youtu.be/iUv-zMu8Thw

ACHTUNG: Das Vortragsprogramm wird täglich aktualisiert und ergänzt. Die aktuelle Version findet Ihr unter https://www.darc.de/nachrichten/veranstaltungen/#c9487. Dort werden auch weitere Informationen zu den Sprechzeiten an den Ständen hinterlegt.

Der Vorstand des DARC e.V., die Referenten, Vereine und Verbände sowie die Mitarbeiter der Geschäftsstelle sind am Wochenende für Euch vor Ort und freuen sich auf ein Wiedersehen – auf Distanz!

Der Eintritt zur HAM WORLD ist kostenlos!

Soweit die Information des DARC. Und nun der besondere Hinweis: Am Sonntag, den 27.6. um 15:00 MESZ steht der Vortrag

Wetternavigation mit Amateurfunk -> Hans-Uwe Reckefuß - DD1HUR

auf der Agenda. Wenn das man nicht unser 1. Vorsitzender ist..... Da ist doch die Teilnahme der INTERMARER ein Muss, oder?

Vy 73 de Uwe, DF5AM

 

 

BrandMeister-Netz - Aktivitäten mithören

Eine Information von Klaus-Dieter (DO2KDE) das sicherlich für alle Interessierten von Bedeutung ist!

Haben wir doch alle den "Livestream", der unter "Hoseline" bekannt war, vermisst. Aber seit kurzem besteht unter der Adresse

 
wieder die Möglichkeit, Aktivitäten im BrandMeister-Netz per Internet mitzuhören. Dazu die Webseite aufrufen, sie funktioniert mit allen gängigen Browsern. In neuem Design erscheinen Talkgroups, die durch Anklicken mitgehört werden können. Aber es besteht auch die Möglichkeit, ausgesuchte Talkgroups (z.B. TG9101 Maritim Mobile Worldwide) zu "abonnieren". Dazu geht man wie folgt vor: In der Kopfzeile der Seite auf "Player" klicken und dann dort "9101" eintragen und schon kann man dann zu den Netzzeiten dem INTERMAR Morgen- bzw. Abendnetz lauschen. So können nun auch alle ohne Amateurfunklizenz ausgestatteten Zuhörer von den Wetterberichten und sonstigen Informationen profitieren.
 
Vy 73 de Klaus-Dieter (DO2KDE) und Uwe (DF5AM)
 
 
 
 

Aktivität vom MARCOM Funkverband - MUSEUM SHIPS WEEKEND

An alle "INTERMARER", die Interesse an an historischen Begebenheiten haben. Als Sekretär von "Klaus" informiere ich Euch in seinem Namen.
 
Vy 73 de Uwe, (DF5AM)
 
Originalnachricht von Klaus-Dieter (DO2KDE) an "Klaus"! 
 
Hallo Klaus,
hast Du gehört, daß sich die Möwen von rund 75 Museums-Schiffen für das kommende Wochenende (genaugenommen: 05. Juni 0001 UTC bis 06. Juni 2359 UTC) verabredet haben? Willst Du dabei sein und zuhören, wenn die MS Dresden (DL0MCM), das Feuerschiff Amrumbank/Deutsche Bucht und viele andere (siehe: www.nj2bb.org/museum/index.html ) wieder ihr Seemannsgarn spinnen?

Einige werden versuchen, ihre alten Funkhörner auf 3880 - 3885 kHz bzw. 7290 kHz in AM zu nutzen, unsere Funkfreunde vom "MARCOM Funkverband" wollen aus dem ehemaligen Funkraum der MS "Dresden"/DAVK wie vor einigen Wochen wieder auf 473,7kHz zu jeder Stunde in CW QRV sein.
 
Vielleicht packt Uwe für Dich auch seine CW-Taste aus, damit Du mitmachen kannst ohne Deine Stimme zu überanstrengen.
73 Klaus-Dieter